• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Streik trotz Fehlstunden

Caroline, Milena, Leon, Gesa, Lea, Sinah und Melina (9. Klasse) aus Münster

Streik trotz Fehlstunden
Für die Präsentation beim DemokratieFest ausgewählt
13 – 16 Jahre
Protest äußern
Peer-Group
Dieser ErlebnisOrt wurde im Sommer 2012 beim DemokratieFest des Bundespräsidenten präsentiert.

Caroline, Milena, Leon, Gesa, Lea, Sinah und Melina (9. Klasse) gehen auf die Straße

Dass man gemeinsam besser gehört wird, haben fünf Klassenkameraden aus Münster beim Bildungsstreik gelernt. Caroline, Milena, Leon, Gesa, Lea, Sinah und Melina, die alle in die 9. Klasse gehen, wurde aber auch etwas anderes klar: Manchmal muss man Opfer bringen, wenn man mitreden will. Im Sommer 2010 hatten Schüler und Studierende in Münster zu einer Demo aufgerufen. Ihre Forderungen lauteten: weniger Zeit- und Leistungsdruck in der Schule, die Abschaffung von Bildungsgebühren an der Uni und die Demokratisierung im gesamten Bildungsbereich.

Auch Caroline, Milena, Leon, Gesa, Lea, Sinah und Melina wollten mit den anderen auf die Straße gehen. „Es geht schließlich um unsere Bildung und unsere Zukunft“, sagen sie. Von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch zu machen, war aber gar nicht so einfach für die Schüler. Denn wer nicht im Unterricht ist, gilt als unentschuldigt. Und das kann bestraft werden. Die Klassenkameraden gingen trotzdem zur Demo. „Das Grundgesetz garantiert uns, unsere Meinung zu äußern“, sagen sie. Bei der Demonstration haben sie gemerkt, dass sie mit ihrem Anliegen nicht alleine sind: „Die Straßen waren überfüllt und die Stimmung war dynamisch.“ Vor allem sind sie froh, so viele Leute kennen gelernt zu haben, die sich für die gleiche Sache einsetzen: mehr Mitsprache im Bildungsbereich.


Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Am Mittwoch, dem 9. Juni 2010, wurde zum Bildungsstreik in Münster aufgerufen. Es wurde demonstriert für weniger Zeit- und Leistungsdruck in der Schule, die Abschaffung von Bildungsgebühren und die Demokratisierung in der Mit- und Selbstverwaltung im gesamten Bildungsbereich.

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

Wir hatten beschlossen, an dem Bildungsstreik in Münster teilzunehmen, gemeinsam mit anderen 5.000 Schülern und Studenten.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Da wir selber Interesse an unserer derzeitigen und zukünftigen Bildung haben, da wir als Schüler unmittelbar betroffen sind, wollten wir uns für die Forderungen des Bildungsstreiks einsetzen. Das war aber nicht ganz so einfach, denn die Bezirksregierung wies die Schulen an, Fehlstunden nicht zu entschuldigen, wenn Schüler an der Demonstration teilnehmen. Dennoch fanden wir, dass es um uns geht und unsere Verfassung uns das Recht zugesteht, in einer so wichtigen Sache unsere Meinung zu äußern.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Wir haben festgestellt, dass wir mit unserem Anliegen nicht alleine dastehen. Viele Menschen wurden aufmerksam auf die derzeitige Bildungssituation an deutschen Schulen und Universitäten. Die Straßen waren überfüllt und es herrschte eine kraftvolle Stimmung. Es gab vielen ein gutes Gefühl, dass man viele neue Leute kennengelernt hat, die sich für die gleiche Sache einsetzen wie wir.