• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Namensrecht als Menschenrecht

Mirja, Hannah, Nora, Muriel und Sophia (Jahrgang 10) aus Münster

Namensrecht als Menschenrecht
13 – 16 Jahre
Projekte realisieren
Peer-Group

Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Wir müssten länger darüber nachdenken was wir unter Demokratie verstehen. Wir haben festgestellt, dass Demokratie ein großes Umfeld hat und vieles auf einmal bedeutet. Demokratie bedeutet seine freie Meinung sagen zu dürfen, mitreden zu können, Rechte zu haben, seine Wünsche erfüllen zu können / dürfen und für sich selbst mitentscheiden zu dürfen. Als nächstes überlegten wir was für Projekte wir in der Vergangenheit oder Aktuell gemacht haben, die auch etwas mit Demokratie zu tun haben. Da gab es zum Beispiel die Mahnwachen, Anti-Atomkraft-Demonstration, Müllsammeln, nach Bergen-Belsen fahren, Praktika beim Richter und ein Projekt zum Namensrecht. Dann kam die Phase des Entscheidens. Wir überlegten bei jeder dieser Aktionen, was für Fotos man machen könnte, was für eine Verbindung es mit Demokratie hat, wie kreativ das Thema ist und was die Brücke zur Geschichte ist.

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

An der Entscheidung für das Projekt waren alle Gruppenmitglieder beteiligt. Außerdem hat auch unsere israelische Austauschgruppe mitgewirkt.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Als wir uns dann für das Projekt mit den Namen entschieden hatten, mussten wir überlegen wie wir es umsetzen wollten. Aber erst mal zu dem Projekt mit den Namen: Mirja und Hannah machen bei einem Israel-Austausch mit, wo sie das Kinderrecht: "Jeder hat ein Recht auf einen Namen" behandeln. Wir beschlossen, dass es einfach dadurch, das es ein Menschenrecht ist und jeden betrifft, mit Demokratie stark verknüpft ist. Als nächstes überlegten wir uns, wofür man einen Namen alles braucht und wo er verwendet wird. Nur wenn man einen Namen besitzt kann man sich ausweisen und überhaupt Identifizieren. Dadurch kann man Reisen und es stehen einem unglaublich viele Wege offen. Man kann sich selbst der Welt mitteilen: Demokratie! Man braucht einen Namen, wenn man einen Vertrag unterzeichnen möchte. Dadurch kann man sich ein Leben aufbauen, arbeiten, Geld bekommen, ein Haus kaufen etc..Durch einen Namen kann man seine Gegenstände kennzeichnen und sie für sich beanspruchen. Durch einen Namen hat man ein Recht auf Eigentum. Mit einem Namen kann man Nachrichten verfassen, kann man Geschenke machen, die nur an eine Person gerichtet sind. Man hat dadurch das Recht selbst zu entscheiden für wen es bestimmt ist. Wenn man einen Namen besitzt, weiß jeder sofort wer gemeint ist und man selbst auch. Man kann gerufen werden, sich mitteilen und mit anderen kommunizieren. Ein Name verringert Missverständnisse und hilft Menschen sich gegenseitig besser zu verständigen. Ein Name bedeutet Identität. Jeder verbindet was mit dem Namen Michael Jackson. Durch einen Namen erinnert man sich. Wir lernen die Namen von wichtigen Politikern und wichtigen Persönlichkeiten und behalten sie durch Denkmäler und Straßen in Erinnerung. Durch Namen kann man sich wieder finden. Bei Facebook gibt man einen Namen eines Freundes aus der Grundschule ein und kann dadurch alte Erinnerungen hervorrufen und neue Kontakte knüpfen. Allein durch einen Namen wird der Abstand zwischen zwei sich unbekannten Menschen geringer. Man kennt einen kleinen Teil der Persönlichkeit der Person vor einem. Doch in der NS-Zeit wurde vielen Menschen dieses Recht entnommen. Ihre Namen und dadurch ihre Identität und Meinungsfreiheit wurde ihnen gestohlen. Dadurch haben wir begriffen wie wichtig Namen sind. Selbst heute gibt es noch unglaublich viele Menschen die keine Namen haben, die nicht registriert sind. Als Kinder werden sie von niemandem vor Kinderarbeit und Missbrauch geschützt. Sie haben keine Zukunft und keine Identität bzw. eine Identität die aber keiner kennt und wahrnimmt. Sie können nicht mitreden und haben ihren Kontakt zur Gesellschaft verloren. Durch diese Aufzählung ist uns allen nochmals klar geworden, wie wichtig es ist einen Namen zu haben. Nach längerem überlegen wie man das Alles in einem Foto darstellen kann, kamen wir schließlich auf ein Ergebnis, und so ist dann das bzw. die Fotos entstanden.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Nachdem wir uns auf das Projekt mit den Namen als Thema geeinigt hatten, mussten wir uns über folgende gestalterische Elemente entscheiden: Darstellung, Objekte, Personen, Ort (Hintergrund). Da wir uns auf die Menschenrechte und die Bedeutung von Namen für die Persönlichkeit konzentriert haben, sind die Fragen hier nur zum Teil zu beantworten. Wichtig war und aber die geschichtliche Bedeutung des Namensverlustes vieler in der NS-Zeit und der Bedeutung für unsere Identität.