• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Ein Fest für Kinderrechte

Alina und Lena (10 Jahre) aus Landau

Ein Fest für Kinderrechte
Für die Präsentation beim DemokratieFest ausgewählt
6 – 12 Jahre
Sich für andere engagieren
Schule
Dieser ErlebnisOrt wurde im Sommer 2012 beim DemokratieFest des Bundespräsidenten präsentiert.

Alina und Lena (10 Jahre) machen sich stark für Kinderrechte

Seit im Mai 1832 ein Meer aus schwarz-rot-goldenen Fahnen auf dem Kastanienberg bei Neustadt wehte, gilt das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie und zählt, wie auch die Paulskirche in Frankfurt und der Reichstag in Berlin, zu den Symbolen für Freiheit und Demokratie. Am Hambacher Fest 1832 nahmen 30.000 Menschen teil; sie machten sich auf den Weg hinauf zum Schloss, um dort ihre Forderungen nach Freiheit auszurufen: „dass alle Bürger Rechte haben sollen und nicht ein Mensch alles bestimmt.“

Von diesem historischen Ereignis erfuhren Alina und Lena aus Landau bei ihrem Besuch auf dem Hambacher Schloss. Beeindruckt beschlossen die beiden Mädchen: „Wir veranstalten auch so ein Fest und wollen klarmachen, dass nicht nur Erwachsene Rechte haben, sondern auch wir Kinder!“ Alina und Lena gehören zur Kinderrechtegruppe der Grundschule Süd in Landau, die sich während der Themenwoche der Schule intensiv mit den Kinderrechten beschäftigte. Schnell überzeugten sie ihre Mitschüler, stimmten ab und waren sich einig: „Wir wollten am Kinderrechtetag ein Fest auf dem Marktplatz veranstalten, damit allen Menschen klar wird, dass Kinder Rechte haben.“

Nach der Entscheidung teilten sich die Kinder ein, um mit verschiedenen Aktivitäten ihr Fest vorzubereiten. Zwei Kinder dichteten ein eigenes Kinderrechtelied, andere bastelten Protestplakate oder malten Flyer, ein paar formulierten eine Rede, in der sie begründeten, warum die Kinder das Fest veranstalten. Mit ihrer Idee überzeugten sie zudem eine andere Gruppe aus der Themenwoche, die dann ein Theaterstück einübte: Es sollte zeigen, was damals auf dem Hambacher Schloss passierte.

Ihr Engagement lohnte sich: Auf „ihrem Hambacher Fest“ zeigten die Kinder mit ihrem Kinderrechtelied, ihrem Theaterstück und mit ihren selbsterstellten Flyern und Protestplakaten auf die unterschiedlichste Art und Weise, wie sie sich mit ihren Kinderrechten auseinandersetzen und wie wichtig sie ihnen sind.


Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Wir wollten am Kinderrechtetag ein Fest auf dem Marktplatz veranstalten, damit allen Menschen klar wird, dass Kinder auch Rechte haben.

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

Die Kinder der Grundschule Süd teilten sich für eine Woche in Gruppen ein. Diese Woche nennen wir Themenwoche. In der Kinderrechtegruppe haben wir abgestimmt, dass wir auf dem Marktplatz ein Kinderrechtefest gestalten.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Wir, die Kinderrechtegruppe, fuhren an einem Tag aufs Hambacher Schloss. Dort erfuhren wir, dass die Menschen dort vor vielen Jahren ein Fest veranstalteten und protestierten, dass Menschen Rechte haben sollen und nicht ein Mensch alles bestimmt. Da hatten wir die Idee, dass wir auch so ein Fest veranstalten und klarmachen, dass nicht nur Erwachsene Rechte haben, sondern auch Kinder.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Nach der Entscheidung schrieben zwei Kinder ein eigenes Kinderrechtelied. Manche Kinder bastelten Protestplakate und die anderen malten Flyer. Zwei Kinder schrieben auch einen Brief an unseren Oberbürgermeister und fragten, ob wir auf dem Marktplatz ein Fest veranstalten dürfen. Ein paar Kinder schrieben eine Rede, warum wir das Fest machen. Eine andere Gruppe aus der Themenwoche übte ein Theaterstück, wie es damals auf dem Hambacher Schloss war. Auf dem Fest führten wir alles vor und verteilten Flyer.