• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Hausschuhpflicht für alle

Henrike (13 Jahre) aus Halle

Hausschuhpflicht für alle
Für die Präsentation beim DemokratieFest ausgewählt
13 – 16 Jahre
Zusammenleben regeln
Schule
Dieser ErlebnisOrt wurde im Sommer 2012 beim DemokratieFest des Bundespräsidenten präsentiert.

Henrike (13) lässt Lehrer Hausschuhe tragen

Henrikes Schule kämpft gegen den Dreck – und die Schüler müssen deshalb Hausschuhe im Schulgebäude tragen. „Im Herbst und Winter ist es wegen dem Regen und Schlamm im ganzen Schulhaus schmutzig“, erzählt die 13-Jährige aus Halle. Das Thema sorgt an der Schule immer wieder für heftige Diskussionen. Sie erinnert sich: „Auch schon im letzten Jahr gab es Aufstände gegen die Hausschuhpflicht.“ Nun standen sich an der Schule zwei Fraktionen gegenüber: „Dieses Jahr hat eine 7. Klasse einen Antrag ans Schulparlament gestellt, dass die Hausschuhpflicht wieder aus der Schulordnung gestrichen wird. Zur gleichen Zeit beantragte eine 5. Klasse, dass es eine Hausschuhpflicht für alle geben sollte, also auch für die Mitarbeiter der Schule.“ Da Beteiligung an Henrikes Schule ernst genommen wird, gibt es dort demokratisch verfasste Gremien. Im Schülerrat und im Schülerparlament der Schule stehen nicht die Entscheidungen im Vordergrund, sondern das Aushandeln und das gemeinsame Bilden von Meinungen. „Die beiden Anträge“, beschreibt Henrike den Prozess, „wurden dann im Schülerrat besprochen und zum Schulparlament weitergeleitet. Dort wurde über die Anträge abgestimmt. Die Mehrheit der Stimmen gab es für eine Hausschuhpflicht für alle.“

Nach der Abstimmung wurde die Hausschuhpflicht mit in die Schulregeln aufgenommen, berichtet Henrike. „Bei mir in der Klasse funktioniert das mit den Wechselschuhen eigentlich schon ganz gut, weil wir sonst mit Strümpfen herumlaufen müssten. Und wenn auch nur einer seine Wechselschuhe nicht trägt, dann trägt unsere Klassenlehrerin auch keine mehr!“ Doch noch folgt nicht die ganze Schule den neuen Regeln: „Aber wenn man nicht nur auf meine Klasse schaut, sondern auch auf die anderen, dann tragen manche noch keine Hausschuhe.“ Für Henrike ist es wichtig, dass die unterlegene Minderheit nun nicht einfach gezwungen wird, der Mehrheit zu folgen. Deshalb weiß sie, was als nächstes zu tun ist: „Die müssen wir noch überzeugen!“


Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Im Herbst und Winter ist es wegen dem Regen und Schlamm im ganzen Schulhaus schmutzig. Entschieden werden sollte, ob alle Hausschuhe anziehen, oder ob die Hausschuhpflicht ganz abgeschafft werden sollte.

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

An der Entscheidung, waren neben den Antragstellern, einer 7. Klasse (gegen Hausschuhpflicht) und einer 5. Klasse (alle Hausschuhpflicht), der Schülerrat und das Schulparlament beteiligt.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Auch schon im letzten Jahr gab es Aufstände gegen die Hausschuhpflicht. Dieses Jahr hat eine 7. Klasse einen Antrag ans Schulparlament gestellt, dass die Hausschuhpflicht wieder aus der Schulordnung gestrichen wird. Zur gleichen Zeit beantragte eine 5. Klasse, dass es eine Hausschuhpflicht für alle geben sollte, also auch für alle Mitarbeiter der Schule. Die beiden Anträge wurden dann im Schülerrat besprochen und zum Schulparlament weitergeleitet. Dort wurde über die Anträge abgestimmt. Die Mehrheit der Stimmen gab es für eine Hausschuhpflicht für alle.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Die Hausschuhpflicht wurde mit in die Schulregeln aufgenommen. Bei mir in der Klasse funktioniert das mit den Wechselschuhen eigentlich schon ganz gut, weil wir sonst mit Strümpfen herumlaufen müssten. Und wenn auch nur einer seine Wechselschuhe nicht trägt, dann trägt unsere Klassenlehrerin auch keine mehr. Aber wenn man nicht nur auf meine Klasse schaut, sondern auch auf die anderen, dann tragen noch manche keine Hausschuhe. Die müssen wir noch überzeugen.