• Teilnehmer beim 1. RoundTable

    RoundTable

    Die Roundtable-Reihe »DemokratieErleben« greift zentrale Fragen der Kinder- und Jugendbeteiligung in Bund, Ländern und Kommunen auf. Entscheider aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis entwickeln Perspektiven für eine gelingende Zusammenarbeit aller Akteure bei der Verbreitung und Verankerung aussichtsreicher Beteiligungsmodelle und demokratischer Erlebnisorte.

  • Der 1. RoundTable

    Der 1. RoundTable

    »Verantwortung lernt am besten, wer Verantwortung übernimmt!« Unter dieser Maxime diskutierten zum Auftakt der RoundTable-Reihe »DemokratieErleben« am 28. Juni 2011 rund 30 hochrangige Vertreter aus Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlicher Praxis im Hauptstadtbüro der Körber-Stiftung über Perspektiven von Demokratiebildung und Jugendbeteiligung in Deutschland.

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3. RoundTable

Demokratieerleben in der Ganztagsschule

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und die Körber-Stiftung veranstalteten am Freitag, den 25. Mai 2012, ein RoundTable-Gespräch zum Thema „Demokratieerleben in der Ganztagsschule“. Als Referenten und Gäste kamen unter anderem Ties Rabe, Präsident der Kultusministerkonferenz und Senator der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg, Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung ins Hamburger KörberForum.

Ablauf

11.00 Uhr Begrüßung
Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung
11.05 Uhr Einführung
Ties Rabe, Präsident der Kultusministerkonferenz und Senator der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg
11.15 Uhr Impuls aus der Praxis: »Ganztägig Lernen – mehr Demokratie erleben«
Rolf Bennung, Geschwister-Prenski-Schule Hansestadt Lübeck
11.30 Uhr Kommentar
Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung
11.45 Uhr Moderierte Diskussion mit RoundTable-Gästen
12.50 Uhr Resümee und Ausblick
Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung
11.45 Uhr Gemeinsamer Ausklang bei Mittagessen

 

Moderatorin: Sybille Volkholz, Leiterin des Bürgernetzwerks Bildung

Thesen

Ganztägige Schulen müssen Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellen:

Ganztagsschulen sind inzwischen die überwiegende Schulform in Deutschland. Kinder und Jugendliche verbringen hier ihren ganzen Tag. Schule ist nicht nur Lernort sondern auch Lebensort, an dem Kinder- und Jugendliche, ihre Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten Ausgangpunkt von Schulgestaltung sind. Dazu gehört, dass sie ermutigt werden, sich an der Gestaltung des Ganztags zu beteiligen. Dann erleben sie Schule als Ort, an dem sie gerne lernen, ihre Zeit verbringen und Freunde treffen.

Gute Ganztagsschulen erkennt man an einer demokratischen Unterrichts- und Schulkultur:

Aus der begleitenden Ganztagsschulforschung, wie z.B. der StEG-Studie, wissen wir, dass für die Schulqualität drei Aspekte zentral sind: die Sozialbeziehungen in der Schule, die im Unterricht eingesetzten Lehrmethoden und Angebote, die an den Interessen und dem Vorwissen der Schüler anknüpfen. Ein demokratisches Schulklima

  • umfasst sowohl die Sozialbeziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden, zwischen Lernenden und anderen pädagogischen Mitarbeitern der Schule und innerhalb der Gruppe der Schülerinnen und Schüler
  • setzt auf Unterrichtsmethoden wie Projektarbeit, offenen Unterricht, Planarbeit und Schülerfeedback und
  • hält Bildungsangebote bereit, die auf Verantwortungsübernahme und Mitbestimmung durch Kinder und Jugendliche setzen, wie z.B. Schülerfirmen.

Ganztagsschulen sind geeignete Lernorte der Demokratie:

Partizipation lernt sich nicht von allein. Kinder und Jugendliche brauchen Ermutigung, Erfolgserlebnisse und Freiräume, um zu lernen, wie sie ihre Schule mitgestalten können. Pädagoginnen und Pädagogen benötigen Ansätze, um diese Lernprozesse anzustoßen, zu strukturieren und mit den Schülerinnen und Schülern zu reflektieren. Dies sind z.B. Zukunftswerkstätten, der Klassenrat, Schülervertretung oder Schülermedien.

Eine demokratische Ganztagsschule fordert von Schülerinnen und Schülern, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – und Gelegenheiten erhalten, dies zu tun:

Demokratische Werte und Kompetenzen und ihre eigene Vielfalt lernen Kinder und Jugendliche in Ganztagsschulen beispielsweise durch die Teamarbeit in heterogenen Lerngruppen, in Tutoren- und Streitschlichtermodellen, durch Lernpatenschaften, in Projekten des Service Learning und indem sie Verantwortung für Freizeitangebote und Arbeitsgruppen übernehmen.

Ganztagsschulen sind lernende Organisationen und leben vom Engagement vieler unterschiedlicher Professionen und Beteiligter:

Sie benötigen das Wissen und die unterschiedlichen Kompetenzen von Lehrkräften und weiteren pädagogischen Mitarbeitern, um im Team einen ganzheitlichen Blick auf Schülerinnen und Schüler zu entwickeln. Die Mitwirkung von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern sowie der verschiedenen Professionen in den Gremien und Steuergruppen der Schule ist für eine demokratische Schulentwicklung unerlässlich.

Ganztagsschulen öffnen sich in den Sozialraum:

Ganztagsschulen sind keine geschlossenen Systeme. Sie suchen die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und entwickeln Wege einer Kooperation, die Unterschiedlichkeit als Ressource begreift und Kindern und Jugendlichen vielfältige Lernanlässe und Lernerfahrungen bietet.