• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Diskussion zur Schulentwicklung

Moritz (15 Jahre) aus Leipzig

Diskussion zur Schulentwicklung
Für die Präsentation beim DemokratieFest ausgewählt
13 – 16 Jahre
Interessen vertreten
Schule
Dieser ErlebnisOrt wurde im Sommer 2012 beim DemokratieFest des Bundespräsidenten präsentiert.

Moritz (15) engagiert sich für mehr Platz in seiner Schule

Dreht sich die bildungspolitische Diskussion heute um Schülerzahlen, geht es meist um sinkende Geburtenraten, die „demographische Rendite“ oder um Schulschließungen. Die Stadt Leipzig beschäftigt gerade die entgegengesetzte Frage, wie Moritz erlebt: „Die Probleme sind mangelnder Platz, Mangel an Lehrern und Mangel an Räumen.“ Der 15-jährige ist als Schülervertreter in der Schulkonferenz seiner Schule aktiv. Die paritätisch mit Schülern, Eltern und Lehrern besetzte Konferenz ermöglicht in Sachsen den Schülern, an Entscheidungen mitzuwirken, die ihre Schule betreffen. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern beschäftige sich Moritz mit der Frage, welche Auswirkungen der Schulentwicklungsplan auf ihre Schule hat und wie sie darauf reagieren wollen. Die Schulkonferenz filterte aus der Masse an Informationen die für sie relevanten heraus. Moritz wurde bewusst: „Wir haben tatsächlich zu wenig Räume und es fehlen uns Lehrer!“ Zu den Problemfeldern erarbeitete die Schulkonferenz Lösungsvorschläge und stimmte darüber ab. Moritz freute sich, dass schon einige konkrete Maßnahmen beschlossen wurden: Die Hausordnung wurde im Hinblick auf Hofpflichten geändert, die Leipziger Verkehrsbetriebe wurden über die neue Bushaltestellen-Situation informiert, ein Brief mit Anmerkungen an die Stadt wurde formuliert. Diese Forderungen entsprachen den Absprachen im Schülerrat und wurden einstimmig in der Schulkonferenz beschlossen.

Moritz wartete in der Zwischenzeit gespannt auf die Reaktion der Stadt Leipzig. Die bisher einzige Konsequenz der Stadt auf den Brief war eine erneute Änderung der Hausordnung – Nun sind alle Schüler ab Jahrgangsstufe 8 aufgefordert, das Schulgelände in den Pausen zu verlassen. Die anderen Maßnahmen hatten (noch) keinen Effekt, doch Moritz tröstete sich: „Ich habe wenigstens versucht etwas zu bewegen, und darauf bin ich stolz. Beim nächsten Problem habe ich vielleicht mehr Erfolg.“


Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Wir haben in der Schulkonferenz über den Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig diskutiert. Wie wir mit gesteigerten Schülerzahlen umgehen können. Problem waren mangelnder Platz, Mangel an Lehrern und Mangel an Räumen.

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

An der Entscheidung waren 4 Lehrer, 4 Eltern und 4 Schüler beteiligt. Die Schulleitung nahm auch an der Diskussion teil. Im Prinzip ist dies aber ein Konflikt zwischen Schule und Stadt.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Wir haben angefangen aus der Masse der Informationen, die für uns relevanten herauszufiltern, daraus resultierende Problemfelder zu diskutieren, Lösungsstrategien zu besprechen und abzustimmen und uns nach zuständigen Stellen zu erkundigen. Die Hausordnung wurde im Hinblick auf Hofpflichten geändert, die LVB über die neue Haltestellensituation informiert und ein Brief mit Anmerkungen an die Stadt formuliert. Diese Forderungen entsprachen den Absprachen im Schülerrat und wurden einstimmig in der Schulkonferenz besprochen.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Nach der Einreichung des Briefes bei der Stadt folgte eine erneute Änderung der Hausordnung, die nun alle Schüler ab Jahrgangsstufe 8 auffordert, das Schulgelände in den Pausen zu verlassen. Damit will man dem zu kleinen Schulhof entgegen wirken. Die anderen Maßnahmen hatten keinen Effekt. Dies war zwar zu erwarten, ist aber trotzdem enttäuschend.