• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Selbstbestimmter Tagesablauf

Corvin (9 Jahre) aus Erfurt

Selbstbestimmter Tagesablauf
Für die Präsentation beim DemokratieFest ausgewählt
6 – 12 Jahre
Lernen mitverantworten
Schule
Dieser ErlebnisOrt wurde im Sommer 2012 beim DemokratieFest des Bundespräsidenten präsentiert.

Korvin (9) entscheidet über seinen Schultag

Erleben Kinder und Jugendliche Demokratie nur an großen Entscheidungen, die vorher Selbstverständliches in Frage stellen? An Entscheidungen, die ihnen gewissermaßen auferlegt werden? Nein, zeigt das Beispiel des neunjährigen Korvin aus Erfurt: Er erlebt Demokratie jeden Tag aufs Neue, weil ihm Entscheidungen überlassen werden, die anderswo von Erwachsenen gefällt werden.

Korvin besucht die Regenbogenschule in Erfurt. Die Freie Schule, entstanden aus einer Elterninitiative, setzt auf einen reformpädagogischen Ansatz, der das Kind in den Mittelpunkt stellt und es in seiner individuellen, freien und selbstbestimmten Entwicklung fördert. In den altersgemischten Klassen der kleinen Schule mit nur 80 Kindern orientieren sich die Lerninhalte und das Lerntempo an den Bedürfnissen der Kinder. Aus deren Sicht bedeutet das Demokratie: „Hier an der Regenbogenschule“, erklärt Korvin, „kann jeder Schüler seinen Tagesablauf selbst bestimmen. Ich muss niemanden um Erlaubnis fragen und kann wirklich selbst entscheiden, was ich am Tag in der Schule machen und welche Kurse ich besuchen will.“ Damit so viel Entscheidungsfreiheit nicht zu einer Überforderung führt, erhalten die Kinder Unterstützung: „An der Entscheidung sind auch meine Eltern beteiligt, weil sie mich oft beraten, was ich tun könnte. Unser Lehrer berät mich auch öfter und das ist gut so“, erzählt Korvin.

Das eigene Lernen als Erlebnisort der Demokratie – unterstützt und gelenkt von Eltern und Pädagogen, aber doch so offen gestaltet, dass Korvin Verantwortung für sein eigenes Lernen übernehmen kann. So lernt der Neunjährige in der Regenbogenschule neben dem Unterrichtsstoff etwas mindestens genauso wichtiges: Seinen Interessen folgen, Entscheidungen treffen und eingeschlagene Wege zu verfolgen.


Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Ich möchte über meinen Tagesablauf an der Schule selbst entscheiden.

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

An der Entscheidung sind auch meine Eltern beteiligt, weil sie mich oft beraten, was ich tun könnte. Und auch meine Lehrer sagen mir, welche Kurse ich wählen kann.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Hier an der Regenbogenschule kann jeder Schüler seinen Tagesablauf selbst bestimmen. Ich musste niemanden um Erlaubnis fragen.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Ich kann wirklich selbst entscheiden, was ich am Tag in der Schule machen will. Unser Lehrer schreibt auf, was wir vorhaben und dann können wir das tun. Unser Lehrer berät mich auch öfters und das ist gut so.