• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Schachmatt für das Regime

Hanna, Clara, Lauren und Marie (Jahrgang 10) aus Münster

Schachmatt für das Regime
Für die Präsentation beim DemokratieFest ausgewählt
13 – 16 Jahre
Lernen mitverantworten
Schule
Dieser ErlebnisOrt wurde im Sommer 2012 beim DemokratieFest des Bundespräsidenten präsentiert.

Hanna, Clara, Lauren und Marie (10. Klasse) beschäftigen sich mit Ägypten

Für junge Deutsche sind die Errungenschaften der Demokratie glücklicherweise selbstverständlich. Anderswo, wie in Ägypten, müssen Menschen hart um ihr Wahlrecht kämpfen. Das war Hanna, Clara, Lauren und Marie aus Münster lange nicht bewusst.

Bis Hannas Verwandte aus Ägypten zu Besuch kamen. Sie wohnen nicht weit entfernt vom Tahirplatz und haben den Mädchen erzählt, wie die Ägypter gegen Mubarak demonstriert und ihn schließlich gestürzt haben. Als die Mädchen von diesem Kampf für Demokratie und Mitbestimmung erfahren hatten, wollten sie mehr wissen.

Ihr Foto ist das Ergebnis einer Zeit, in der sie sich gemeinsam mit dem arabischen Frühling beschäftigt haben. Zu sehen ist die geglückte Revolution auf einem Schachbrett: Der schwarze König steht abseits, denn der Präsident ist gestürzt. Die weißen Figuren sind das Volk. Sie umringen die „Hand der Fatima“ mit dem blaue Auge, denn Ägypter glauben, dass dieses Symbol vor dem Bösen schützt. „Sie hoffen, dass jetzt endlich eine echte Demokratie eingeführt wird“, erklären die Mädchen.

Hanna, Clara, Lauren und Marie waren fasziniert vom starken Willen der Ägypter: „Sie haben trotz vieler Opfer weiter für Demokratie gekämpft.“ Die Mädchen haben verstanden, dass es nichts mit Demokratie zu tun hat, wenn ein Volk zwar wählen darf, das Ergebnis aber schon feststeht. „Viele nordafrikanische Länder haben noch keine wirkliche Demokratie erreicht. Aber ein erster Schritt ist getan.“ Demokratische Mitbestimmung ist eben ein hohes Gut. Und es ist alles andere als selbstverständlich, in einer Demokratie aufzuwachsen. Auch das haben Hanna, Clara, Lauren und Marie gelernt. Noch heute haben sie Kontakt zu Hannas Verwandten in Kairo.


Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Arabischer Frühling – Demokratie in Ägypten

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

An der Entscheidung waren Hanna Abdalla, Clara Determann, Marie Konen und Lauren Schnor beteiligt. Unter anderem war uns Hanna Abdallas ägyptische Verwandtschaft eine große Hilfe, da sie uns direkt vom Ort des Geschehens aus, Informationen zu dem Verlauf des Kampfes für Demokratie im Land liefern konnte.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Wir haben das Thema „Arabischer Frühling“ gewählt, da Hanna Abdallas Verwandtschaft in Ägypten lebt und uns bei einem Besuch von den Geschehnissen erzählt hat. Dies hat bei uns Interesse für das Thema geweckt. Da Hanna Abdallas Verwandtschaft in Kairo nur wenige Minuten vom Tahrirplatz, dem Brennpunkt der Proteste, entfernt wohnt, waren sie von dem Kampf für Demokratie stark beeinflusst. Wir haben von ihnen erfahren, dass nach dem Rücktritt die Hoffnung auf Demokratie und das Gemeinschaftsgefühl deutlich gestiegen waren und haben uns somit entschieden, das Volk auf dem Foto mit hellen Schachfiguren, welche einen Kreis bilden, darzustellen. In der Mitte des Kreises liegt ein Auge, welches ein Volkssymbol ist und vor dem Bösen schützen soll. Der Präsident, dargestellt durch den schwarzen König mit seinem Regime, dargestellt durch die schwarzen Pferde, stehen abseits des Schachbrettes. Trotz dessen, dass über die tatsächliche Demokratie in Ägypten noch immer nicht entschieden ist, war dies für uns zunächst ein Bild, was einer Demokratie entspricht. Während den Arbeiten an unserem Foto ist uns klar geworden, wie selbstverständlich es für uns ist, in einer Demokratie zu leben und aufzuwachsen. Dazu kommt, dass wir realisiert haben, wie schwer manche Menschen für ihr Wahlrecht kämpfen müssen. Wir waren fasziniert von der Entwicklung der Länder wie Ägypten und von dem starken Willen des Volkes, welches trotz dessen, dass es auf Grund der Aufstände viel hinnehmen muss, weiter für eine Demokratie kämpft. Wir sind der Meinung, dass nordafrikanische Länder größtenteils noch keine wirkliche Demokratie erreicht, aber schon einen großen Schritt darauf zu gemacht haben.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Über Hanna Abdalla sind wir mit ihren Verwandten in Kontakt geblieben, um möglichst viel über die Situation in Ägypten zu erfahren. Wir entschieden uns, die Situation in Ägypten nach dem Rücktritt des Präsidenten Mubarak mit Hilfe eines Schachbrettes darzustellen.