• EUSTORY Jugendakademie | Foto © David Ausserhofer

    ErlebnisOrte der Demokratie

    Junge Menschen aus ganz Deutschland waren eingeladen, persönlichen ErlebnisOrte der Demokratie in Bildern festzuhalten und zu kommentieren. Die Fotos zeigen, wo und wie Kinder und Jugendliche Demokratie positiv erleben – und wo sie sich mehr Beteiligung wünschen. Entdecken Sie, wie junge Menschen Demokratie im Alltag erleben!

  • Foto © Jann Wilken

    Wie wird Demokratie erlebt?

    Über 200 ErlebnisOrte der Demokratie bieten einen unvergleichlichen Einblick und zeigen, wie Kinder und Jugendliche – ganz persönlich – Demokratie im Alltag erleben: in der Schule, in der Familie und in der Clique, an großen, politischen Entscheidungen und an kleinen Momenten des Alltags.

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Keinen Meter den Nazis

Friedrich, Myrjam, Pablo, Julian und Sophia (17 Jahre) aus Münster

Keinen Meter den Nazis
17 – 22 Jahre
Protest äußern
Politik und Initiativen

Worüber sollte entschieden werden? / Was war das Problem?

Am 03.03.2012 wollen Nazis erstmals seit langer Zeit wieder versuchen ihre rassistische, menschenverachtende Ideologie in Münster auf die Straße zu tragen. Auch wenn die „NaSoMS“ (die organisierende Gruppe) keine breite Masse hinter sich verorten können, so bleiben die von ihnen vertretenen Ideologien mörderisch und sie gefährden als deren Träger die Unversehrtheit aller, die nicht in ihr wahnhaftes Bild der Welt passen. Sie sind zu dem diejenigen, die aktiv nationalsozialistisches Gedankengut bewahren und aktualisieren. Eine erfolgreiche Demonstration dient ihnen als gemeinschaftsstiftendes Ereignis mit dem sie ihre vermeintliche Stärke zeigen wollen.

Wer war an der Entscheidung beteiligt?

Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche und religiöse Gruppen, antifaschistischen Initiativen und politischen Parteien, politische Jugendorganisationen, Kulturschaffende, Jugendliche und Münsteraner Bürger - und mittendrin auch wir.

Wie bist du / seid ihr zu der Entscheidung gekommen?

Damit eben dies nicht geschieht wurde das „Keinen Meter Bündnis“ ins Leben gerufen: „Am 3. März wollen wir gemeinsam mit vielen Menschen dafür sorgen, dass die Neonazis keinen Meter laufen. Wir wollen dieses Ziel in gemeinsamen Aktionen erreichen. Wir sind solidarisch mit allen, die sich den Neonazis und ihrer rassistischen Hetze entgegen stellen. Wir werden den Neonazis zeigen, dass wir sie weder in Münster noch anderswo dulden.“ (Aus dem Aufruf http://keinenmeter.de.ms ) Auch wir halten dies für die richtige Entscheidung und wollen uns gegen Rassismus und für ein friedvolles, demokratisches Miteinander einsetzen. Damit auch unsere Ideen und Anmerkungen in diesem Bündnis einen Platz finden, haben wir uns an einer sogenannten „Aktivierungskonferenz“ als Diskussionsteilnehmer beteiligt. Zwei Mitglieder unserer Arbeitsgruppe haben auch an den offenen Bündnistreffen und an einer Kritik bzw. Weiterentwicklung des Aufrufes gearbeitet.

Wie ging es nach der Entscheidung weiter?

Da der Naziaufmarsch, sowie Gegenaktionen, bereits in der Münsteraner Öffentlichkeit thematisiert wurden, war den Mitgliedern in unserer Arbeitsgruppe klar, dass wir am Diskurs im Vorfeld (z.B. bei einer sogenannten „Aktivierungskonferenz“) sowie friedlich an dem Protest teilnehmen wollten. Es ist uns allerdings auch wichtig uns mit der der menschenverachtenden Ideologie der Neonazis auseinanderzusetzen: Das Parolen à la „Freiheit und Selbstbestimmung“ für Neonazis mit der Forderung nach Vernichtung und Ausgrenzung von Juden und Jüdinnen, People of Colour, Homosexuellen u. A. einhergeht, lässt sich nur über politische Bildungsarbeit (Vorträge, Artikel, Diskussionen) und Beschäftigung mit dem historischen Nationalsozialismus (Zeitzeugengespräche, Geschichtsorte wie die „Villa ten Hompel“) aufzeigen.