• Teilnehmer beim 1. RoundTable

    RoundTable

    Die Roundtable-Reihe »DemokratieErleben« greift zentrale Fragen der Kinder- und Jugendbeteiligung in Bund, Ländern und Kommunen auf. Entscheider aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis entwickeln Perspektiven für eine gelingende Zusammenarbeit aller Akteure bei der Verbreitung und Verankerung aussichtsreicher Beteiligungsmodelle und demokratischer Erlebnisorte.

  • Der 1. RoundTable

    Der 1. RoundTable

    »Verantwortung lernt am besten, wer Verantwortung übernimmt!« Unter dieser Maxime diskutierten zum Auftakt der RoundTable-Reihe »DemokratieErleben« am 28. Juni 2011 rund 30 hochrangige Vertreter aus Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlicher Praxis im Hauptstadtbüro der Körber-Stiftung über Perspektiven von Demokratiebildung und Jugendbeteiligung in Deutschland.

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Im Gespräch mit Albert Häusler

Albert Häusler, Schulleiter Johann-Schöner-Gymnasium, Karlstadt

Albert Häusler, Schulleiter des Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt (Bayern), stellte beim 2. RoundTable seine Schule als Beispiel für eine demokratische Schulkultur im Sekundarbereich vor. 2011 wurde das Johann-Schöner-Gymnasium beim Deutschen Schulpreis als Preisträgerschule ausgezeichnet. Im Interview erzählt er, wie sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums beteiligen und was die Schule dadurch gewinnt.

In Ihrer Schule spielen der Umgang miteinander und Verantwortung eine große Rolle. Was ist der besondere Effekt dieser Form des demokratischen Miteinanders zwischen Schüler- und Lehrerschaft?

Wechselseitiger Respekt, eine Kultur der Anerkennung und die Verantwortung der Schülerinnen und Schüler für ihr Lernen sind die unabdingbaren Grundlagen für eine Schule, in der Kinder/Jugendliche und nicht Fächer unterrichtet werden. In einem Umfeld, das jedes einzelne Individuum mit den persönlichen Stärken und Schwächen respektiert und achtet, kann ohne psychischen Stress und Angst erfolgreich gearbeitet werden. Honorierung des Einsatzes und Berücksichtigung von Ideen – sowohl von Schülern, Eltern als auch Lehrkräften – sind die Grundlage, um die persönliche Leistungsfähigkeit voll entfalten zu können.

Manche verwenden den Begriff Schülervertretung synonym für „aufwendigen Leerlauf“. Bei Ihnen sind aber rund zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler in der SV engagiert. Womit beschäftigen sich die Mitglieder der SV und inwiefern können sie in den Angelegenheiten des innerschulischen Betriebs mitwirken?

Schülerinnen und Schüler, die ernst genommen werden, engagieren sich und bereichern das Schulleben. Die Gestaltung von Projekttagen, die Auswahl von Projektthemen, die Organisation der regelmäßig stattfindenden „Zeit für uns“-Stunden, Teilnahme-, Rede- und Antragsrecht bei allen Lehrer- und pädagogischen Konferenzen, die Durchführung von Aktivitäten (z.B. Filmabende, Band Contest, Herbstball, spirit week, SMV-Schulungen in außerschulischen Bildungsstätten, Schülertutoren, Schulsanitäter), regelmäßige Klassensprecherversammlungen, monatlicher Jour fixe mit der Schulleitung, usw. sind Beispiele, wie Schülerinnen und Schüler sich in den schulischen Betrieb einbringen und mitgestalten können. Ohne aktive Schülerinnen und Schüler wäre eine Schule nicht „lebendig“.

Die bayerischen Gymnasien gelten als „Vorzeigeschulen“ in Schulleistungsvergleichen. Was entgegnen Sie, wenn man von Ihnen fordern würde, Ihr Augenmerk ausschließlich auf Unterricht, Abgangsquoten und Abiturschnitte zu richten statt – wie gegenwärtig – auf einen lernförderlichen Leistungsbegriff?

Wer sein Augenmerk ausschließlich auf Unterricht, Abgangsquoten und Abiturschnitte legt, wird schnell feststellen müssen, dass die Leistungen immer schlechter werden und die Motivation und Freude am Lernen verlorengehen. Anstrengungen, die direkt in den persönlichen Lernerfolg eingehen, motivieren, psychischer Stress und Angst blockieren. Lernförderliche Maßnahmen führen dagegen aber „wie von alleine“ zu überdurchschnittlichen Leistungen von Schülern und auch von Lehrkräften.